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Hyperventilation
Siehe auch Anstrengungsasthma und COPD (Chronische Bronchitis und Lungenemphysem)

Was ist Hyperventilation?
Hyperventilation ist ein medizinischer Ausdruck für zu tiefes und zu schnelles Atemholen. "Hyper" bedeutet schnell und "ventilieren" ist Atemholen. Wenn jemand hyperventiliert, gibt er zu viel Kohlensäuregas ab und nimmt er, dadurch dass zu tief geatmet wird, zu viel Sauerstoff auf. Hierdurch verändert sich das Gleichgewicht zwischen Sauerstoff und Kohlensäure im Blut; es entsteht ein Mangel an Kohlensäure im Blut und in den Geweben, wodurch man sozusagen eine "Sauerstoffvergiftung" bekommt. Jeder holt mal zu tief oder zu schnell Atem, ohne das bewusste Hyperventilationssyndrom zu bekommen. Nach einer tüchtigen sportlichen Leistung zum Beispiel muss man ordentlich keuchen, aber hiervon erholt man sich immer direkt danach. Bei Hyperventilierenden bleibt die zu tiefe und zu schnelle Atmung auch im Ruhezustand erhalten. Ein normaler Erwachsener atmet im Ruhezustand 6 bis 10 mal pro Minute. 90 % der Hyperventilierenden atmen 2 mal so oft pro Minute. Ungefähr 20 % der Patienten erreichen sogar 20 bis 30 mal pro Minute. Als Folge des Sinkens des Kohlensäuregehalts wird das Blut immer weniger sauer (alkalisch), die Reaktion hierauf ist ein anderer Verteilungsgrad von Mineralien im Körper, der dafür sorgt, dass der Kalziumgehalt abnimmt. Normal gesprochen haben Menschen ein Puffersystem in den Körpersäften, die diesen Mangel aufheben. Der wichtigste Bestandteil ist dabei die im Blut zirkulierende Menge Bikarbonat. Menschen, die chronisch hyperventilieren, verlieren nach einiger Zeit den Vorrat Bikarbonat und haben hierdurch keine Möglichkeit mehr, den Mangel an Kohlensäure zu kompensieren. Daraufhin verschlechtert sich die Enzymbildung, wodurch kein richtiger Austausch mehr stattfindet zwischen Nerven und Muskeln. Dieses kann zu einer großen Zahl von Beschwerden führen:

Allgemeine Beschwerden: Muskeln
-Müdigkeit - Zittern
-Reizbarkeit - Muskelsteifheit
-Schlaflosigkeit - Prickeln auf der Haut

Psyche: Verdauungskanal:
-Angst und Unruhe - Gefühl des Aufgeblähtseins
-Depression - Winde lassen
-Konzentrationsprobleme - Übelkeit
-Phobien - Durchfall/ Verstopfung

Lunge und Luftwege: Zentrales Nervensystem:
-Angst – Kopfschmerzen
-Beklemmung auf der Brust – Schwindelanfälle
-Kribbeln in der Kehle – verschwommenes Sehen
-Ächzen – Lufthunger
-Schmerzende Atemmuskeln

Herz und Gefäße
-Herzklopfen -Überschlagen des Herzens (i.S.v. "auslassen")
-Schmerz auf der Brust
-kalte, klamme Hände

Akute Hyperventilation:
Sehr viele Menschen sind sich ganz und gar nicht bewusst, dass sie zu tief und zu schnell Atem holen. Manche haben schon jahrelang eine falsche Technik des Atemholens. Diese Gewohnheit verursacht auf die Dauer verschiedene Beschwerden und führt während Stresssituationen zu einem deutlich erkennbaren Anfall. Dieser akute Anfall ist verbunden mit Beklemmung, Herzklopfen, Angst vor Ohnmacht oder Sterben und verschiedenen anderen Beschwerden. Nach dem Erleiden eines solchen akuten Anfalls in einer bestimmten Situation oder an einem bestimmten Ort wird ein Hyperventilierender dahin nicht schnell mehr zurückgehen, aus Angst, den gleichen Anfall wieder zu erleiden. Die bevorzugten Orte sind bekannt: der Supermarkt, Kino, Platz, Straße usw.
Bekämpfung:
Für die Bekämpfung eines akuten Anfalls muss das Verhältnis von Kohlensäure und Sauerstoff im Blut wieder hergestellt werden. Dieses kann dadurch geschehen, dass man den Patienten in eine Plastiktüte, in ein "Schälchen" von seinen Händen oder durch ein 30 cm langes Stück Gartenschlauch ein- und ausatmen lässt. Die Absicht ist, dass die ausgeatmete Luft zum Teil aufs Neue eingeatmet wird.

Chronische Hyperventilation:
Die chronische Hyperventilation kommt am meisten vor und wird am wenigsten als Hyperventilation erkannt. Es bestehen andauernde unbestimmte Beschwerden, so wie sie auf der vorstehenden Aufzählung vorkommen. Am einen Tag stärker als am anderen, aber an ein falsches Atemholen wird oft nicht gedacht.

Atem ist Leben
Wir können wochenlang leben, ohne zu essen, tagelang, ohne zu trinken aber keine Minute, ohne zu atmen. Es ist das Erste, womit wir unsere Lebensreise hier auf der Erde beginnen, bis wir unseren letzten Atem aushauchen. Es ist kein einziger Lebensprozess möglich ohne den dabei benötigten Sauerstoff. Auch die Fähigkeit, das Kohlensäuregas rechtzeitig abzuführen, ist von wesentlicher Bedeutung.

Die Ursache
Warum holt jemand zu schnell und zu tief Atem, während er doch in einem Ruhezustand ist?

1. Spannung
Hyperventilation und Spannungen sind unauflöslich miteinander verbunden. Wer Konflikten und Unsicherheiten und damit Spannungen ausgesetzt ist, läuft Gefahr, früher oder später einen Hyperventilationsanfall durchzumachen. Dieser hängt stark vom Charakter ab und der Art, in der mit Spannungen umgegangen wird. Diejenigen, die alles in sich hineinfressen, sind in der Regel sehr verwundbar. Der Sportler stellt an sich selbst gegenwärtig hohe Anforderungen, sowohl im Amateur- als auch im professionellen Sport. Das ständige Steigern der sportlichen Leistung kann eine zu große Spannungsquelle darstellen. Auch die Weigerung, zu dem Zeitpunkt einen Kompromiss zu schließen, zu dem der Sportler infolge seines Alters mit seinen jüngeren Kollegen nicht mehr mithalten kann, erzeugt einen besonderen Stressfaktor.

2. Blockierte Atemmuskeln
Beim Atemholen sind insgesamt 17 verschiedene Atemmuskeln betroffen. Durch diverse Ursachen können diese Muskeln blockiert werden, wodurch keine vollständige Atmung mehr möglich ist. Die unvollständige Atmung, die hierdurch entsteht, kann leicht Anlass zu Hyperventilation sein.

3. Hormonelles Ungleichgewicht
Das Steigen der Adrenalinmenge im Blut hat eine beschleunigte Atmung zur Folge. Die Ursache der Adrenalinzunahme kann u.a. ein herabgesetzter Blutzuckerspiegel(Hypoglykämie) sein, Anzeichen von Stress, Gebrauch von Hormonpräparaten.

4. Ernährung
Wenn kein optimaler Stoffwechsel stattfindet, kann eine Erhöhung des Sauerstoffgrades des Blutes entstehen. Die Chemorezeptoren für Sauerstoff und Kohlensäure im Blut geben hierdurch einen Reiz für zusätzliches Einatmen ab, wodurch aufs Neue die Atmung sich beschleunigt.

Jeder wird einmal in eine der oben genannten Situationen kommen ohne dass es für ihn problematisch wird. Wenn aber eine Kombination von Ursachen mitspielt, nimmt die Gefahr der Hyperventilation überhand!

Die Behandlung van chronischer Hyperventilation
Chronische Hyperventilation ist eine ganze Ansammlung von allerlei Problemen und Beschwerden. Nur selten kann unmittelbar eine direkte Ursache angegeben werden. Darum ist eine integrierte Vorgehensweise nötig:

Psyche
-auf Suche gehen nach der zu Grunde liegenden Ursache der Beschwerde
-lernen, sich emotional zu äußern
-arbeiten mit positiven Gedanken

Die Atmung
-verschiedene Arten des Atmens sich aneignen; u.a. Bauch und Flanke
-bewusst machen von Atemrhythmus und Atempause

Haltung
-durch das Ins-Gleichgewicht-Bringen der richtigen Muskelspannung können Atemmuskeln besser funktionieren

Entspannungsübungen
-mit Hilfe von Muskelentspannungsübungen und Autogenem Training erwirbt man eine viel größere Stressbeherrschung

Ernährung
Gezielte Ernährungsratschläge sorgen für einen optimalen Stoffwechsel. Hiermit kann u.a. Hypoglykämie und Übersäuerung des Blutes zuvorgekommen werden, mit folglich einer kleineren Gefahr der Aufrechterhaltung des Hyperventilationssyndroms


Dieser Artikel ist eine Bearbeitung aus dem Blatt „Sportmassage“.